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Herpesviruspartikel bestehen aus mindestens 30 verschiedenen Proteinen, die bei der Virus-Morphogenese in die vier strukturellen Untereinheiten Core, Kapsid, Tegument und Hülle eingebaut werden müssen (Abbildung 1). Während der Zusammenbau des Kapsids und die Verpackung des viralen Genoms im Kern der infizierten Zelle stattfinden, werden der größte Teil des Teguments und die Virushülle im Zytoplasma erworben (Abbildung 2).
Nach dem autokatalytischen Zusammenbau der Kapside und der Verpackung des viralen Genoms werden die reifen Nukleokapside über einen Vesikel-vermittelten Transport aus dem Kern transportiert, ein in der Zellbiologie einmaliger Vorgang. Dies erfolgt durch eine Umhüllung der reifen Nukleokapside an der inneren Kernmembran, was zu einem primär umhüllten Kapsid im Kernspalt führt (Abbildung 3). Diese primäre Hülle geht allerdings durch Fusion mit der äußeren Kernmembran wieder verloren und das Nukleokapsid wird ins Zytoplasma freigesetzt. Während über die beteiligten zellulären Proteine erst wenig bekannt ist, sind entscheidende virale Proteine bereits gut charakterisiert. Geklärt werden soll nun der molekulare Mechanismus der Vesikelbildung, Abschnürung und Fusion. Hierbei stehen insbesondere die Wechselwirkungen zwischen Komponenten der primären Hülle untereinander und mit dem Nukleokapsid im Blickpunkt. Die weitere Reifung im Zytoplasma folgt einem komplizierten Muster von Interaktionen zwischen viralen und zellulären Proteinen, das im Rahmen des Projekts untersucht wird. Hierbei sind insbesondere Wechselwirkungen zwischen Hüll- und Tegumentkomponenten bzw. Tegument und Nukleokapsid von Interesse.
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Abbildung 1: Schematische Darstellung eines Herpesviruspartikels (Mitte), daneben elektronenmikroskopische Darstellung im Negativkontrast (links) und im Dünnschnitt (rechts). Die viralen Strukturuntereinheiten sind dargestellt.



Abbildung 2: Prototypischer Replikationszyklus der Herpesviren



Abbildung 3: Knospung (primäre Umhüllung) eines Herpesvirus-Nukleokapsids an der inneren Kernmembran

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