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Soziale Sicherungssysteme werden sowohl durch demografische als auch individuelle Entwicklungen beeinflusst. So hat der Anstieg der Lebenserwartung zur Folge, dass sich der Versorgungsbedarf in alternden Gesellschaften zukünftig erhöht. Gleichzeitig können aufgrund rückläufiger Geburtenzahlen die benötigten Versorgungsstrukturen zukünftig nicht mehr aufrechterhalten werden. Zudem verändern sich Lebensverläufe und Lebensstile, was wiederum einen Einfluss auf die Gesundheit hat. Bisherige Bevölkerungsprognosen beziehen zumeist nur die Änderung der Bevölkerung auf Makroebene, d.h. nach Alter und Geschlecht, ein. Dabei werden die individuellen Lebensläufe und Lebensstile vernachlässigt. Ziel des MicMac Projektes ist es diese Lücke zu schließen und Informationen zur Bevölkerung auf Makroebene mit individuellen Mikodaten zusammenzubringen.
Das Ziel dieses Projektes ist es, eine neue Methode zu entwickeln, um ein grundlegendes Handwerkszeug, in Form einer benutzerfreundlichen Software zur Bevölkerungsprognose für alle europäischen Länder bereitzustellen. Die Ergebnisse dieses Projektes sollen vorrangig dazu genutzt werden, Fertilität und Lebensformen, Mortalität und Morbidität sowie Migration und Bildung prognostizieren zu können und damit speziell in der Politikberatung im Bereich des Gesundheits- und Rentenwesens Anwendung finden.
Das Projekt besteht aus 7 Arbeitspaketen, die von 8 internationalen Projektpartnern bearbeitet werden.
Das Team der Universität Rostock hat unter der Leitung von Prof. Dr. Gabriele Doblhammer seinen Beitrag zum Beginn des Projektes geleistet. Die Aufgabe des Teams hat in der Erstellung eines systematischen Literaturüberblickes gelegen. In diesem wurden Studienergebnisse zusammengesammelt, die den Einfluss von Alter, Geschlecht, Familienstand, Bildung, Adipositas und/oder Rauchen auf Gesundheitsübergänge untersucht haben. Die Gesundheitsübergänge sind als Veränderung der Gesundheit hin zur Pflegebedürftigkeit oder hin zum Tod, aber auch als Verbesserung der Gesundheit definiert. Die Ergebnisse wurden systematisch zusammengetragen und mittels einer Meta-Analyse zusammenfassend ausgewertet. Diese Analyse fasst den aktuellen Wissensstand zu den Risikofaktoren der Morbidität und Mortalität zusammen und dient dem Projektpartner der Erasmus Universität in Rotterdam für weitere Analysen. Diese erstellen illustrative Prognosen unter Verwendung der Ergebnisse des systematischen Literaturüberblickes. Dabei werden Altersprofile von Ereignissen erstellt, die von den genannten Risikofaktoren beeinflusst werden.
Abbildung 1 verdeutlicht den Verlauf der Literatursuche und Artikelauswahl, in der nach einer ausgearbeiteten Suchlogik in den drei Datenbanken Medline, PsycInfo und SOCA auf Englisch und Deutsch gesucht wurde. Von den anfänglich 8016 als brauchbar identifizierten Artikeln sind letztendlich 55 Artikel in die Analyse eingegangen.
In Abbildung 2 sind als Beispiel die Ergebnisse verschiedener Studien zum Einfluss des Geschlechtes auf den Übergang von gesund zu pflegebedürftig dargestellt. Abgebildet sind die Relativen Risiken von Frauen, die aussagen, wie hoch das Risiko pflegebedürftig zu werden im Vergleich zu Männern ist. Die Studienergebnisse zeigen, dass Frauen durchgehend höhere Risiken der Pflegebedürftigkeit aufweisen als Männer.
Internationale Projektpartner
- NIDI – Netherlands Interdisciplinary Demographic Institute, NL
- VID – Vienna Institute of Demography, Austrian Academy of Sciences, AT
- INED – Institut National d’Études Démographiques, FR
- BU – Bocconi University, IT
- EMC – Department of Public Health, Erasmus Medical Centre, NL
- MPIDR – Max Planck Institute for Demographic Research, DE
- IIASA – International Institute for Applied Systems Analysis, AT
Projektdetails
Laufzeit: 1.6.2005 bis 31.5.2009.
Förderung: 6. FP der Europäischen Kommission
Projektleitung des Arbeitspaketes der Universität Rostock: Prof. Dr. Gabriele Doblhammer
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Abbildung 1: Prozess der Artikelauswahl



Abbildung 2




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