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GANI_MED - Forschungsprojekt der Universitätsmedizin Greifswald startet Patientenstudien


NACHRICHT (07.07.2011) : Das Greifswalder Forschungsprojekt GANI_MED (Greifswald Approach to Individualized Medicine) zur individualisierten Medizin beginnt, Patienten aktiv in die Forschungsarbeit einzubeziehen. Nach einjähriger Vorbereitung wird jetzt mit dem Aufbau von Untersuchungsgruppen, sogenannten Patientenkohorten, für sechs häufige Krankheitsbilder begonnen.

In Kombination mit etablierten klinischen Untersuchungsmethoden werden moderne molekularbiologische Mess- und Diagnoseverfahren genutzt, um Therapiestrategien genauer auf die individuellen Bedürfnisse des Einzelnen zuzuschneiden. Im Rahmen des Projektes GANI_MED sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, um diese neue Form der medizinischen Versorgung erstmals in Deutschland an einem Universitätsklinikum zu etablieren. Das Projekt GANI_MED läuft seit Herbst 2009 und wird vom BMBF und dem Land Mecklenburg-Vorpommern mit insgesamt 15,4 Millionen Euro gefördert.

Individualisierte Medizin ist ein zentrales Thema für die künftige Entwicklung der Gesundheitsversorgung in Deutschland. Um die Ziele des zukunftsorientierten Forschungsvorhabens zu erreichen, haben sich im GANI_MED-Konsortium ausgewählte universitäre, außeruniversitäre und industrielle Partner aus dem In- und Ausland zusammengeschlossen. Initiator von GANI_MED ist die Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald.

In Greifswald bestehen sehr gute Voraussetzungen für die erfolgreiche Umsetzung dieses Forschungsprojektes. Durch langjährige Arbeiten im Bereich der Bevölkerungsmedizin und der Versorgungsforschung liegen umfangreiche Daten über die Häufigkeit und Verteilung von Risikofaktoren und Erkrankungen in der Allgemeinbevölkerung vor. Insbesondere im Rahmen der SHIP-Studie (Study of Health in Pomerania) werden seit vielen Jahren umfangreiche Basisdaten zum Gesundheitszustand eines repräsentativen regionalen Bevölkerungsquerschnitts erhoben. Außerdem verfügt der Standort Greifswald über viel Erfahrung im Bereich der molekularbiologischen Analytik und über eine der modernsten Universitätskliniken in Deutschland.

Manuela Schwesig Ministerin für Soziales und Gesundheit in Mecklenburg-Vorpommern begrüßt das Projekt. „Ich freue mich, dass wir hier heute in Greifswald einen weiteren Schritt in Richtung Medizin der Zukunft gehen. Gemeinsam mit dem Bund hat das Land rund 15,4 Millionen Euro bereitgestellt, damit wir medizinische Spitzenforschung im Land fördern und halten können.“

Das Forschungsprojekt GANI_MED verknüpft nun klinische und bevölkerungsbezogene Forschung in Greifswald. Zentraler Bestandteil von GANI_MED ist der Aufbau von Patientenkohorten für sechs häufige Krankheitsbilder: Schlaganfall, Herzinsuffizienz, Niereninsuffizienz, Fettleber, das Metabolische Syndrom und Parodontalerkrankungen. Durch Vergleich der GANI_MED-Patienten mit gesunden Probanden der bevölkerungsbasierten SHIP-Studie sollen Faktoren identifiziert werden, die für die jeweiligen Krankheiten von Bedeutung sind. Auf den beteiligten Stationen werden die Patienten des Universitätsklinikums durch die behandelnden Ärzte umfassend über das Projekt informiert und können sich freiwillig an diesem Forschungsprojekt beteiligen. Der Einschluss in die Studie erfolgt direkt auf den beteiligten Stationen im Klinikum. Wenn die Patienten einverstanden sind, werden die im Routinebetrieb erhobenen klinischen Daten für wissenschaftliche Fragestellungen ausgewertet. Darüber hinaus werden den Patienten auf freiwilliger Basis zusätzliche Studienuntersuchungen angeboten und es wird gefragt, ob sich die Patienten durch eine Blutabnahme am Aufbau einer Biomaterialbank für GANI_MED beteiligen möchten.

Die Patientenuntersuchungen wurden in den vergangenen zwölf Monaten umfangreich vorbereitet. Im Rahmen von GANI_MED wurden verschiedene klinische Verfahren in unserem Krankenhaus vereinheitlicht. Hierzu zählen u. a. die Messungen von Blutdruck, Größe, Gewicht und Bauchumfang, diverse Ultraschall-Untersuchungen, die Erhebung der Krankengeschichte und die Dokumentation der vom Patienten verwendeten Medikamente.

Die GANI_MED-Informatiker haben die technischen Voraussetzungen geschaffen, um den Aufbau und das Management der Patientenkohorten abzusichern. In Zusammenarbeit mit den Ärzten wurde eine spezielle Software für den Einsatz auf mobilen klinischen Computern entwickelt. So können sowohl die umfangreichen medizinischen Daten als auch das Einverständnis der Studienteilnehmer dokumentiert und für die Forschung gespeichert werden. Außerdem wurden innovative Analyseverfahren systematisch weiterentwickelt. Hierzu zählen neben genetischen Verfahren insbesondere Methoden der Protein- und Metabolom-Analyse, mit denen Proteinmuster und Stoffwechselprofile abgebildet werden.

Ab dem 7. Juli 2011 beginnt nun der Aufbau der Patientenkohorten für die oben genannten Krankheitsbilder und somit die aktive Beteiligung von Patienten der Universitätsmedizin Greifswald an diesem Forschungsprojekt.

Das Projekt GANI_MED läuft seit Herbst 2009 und wird vom BMBF und dem Land Mecklenburg-Vorpommern mit insgesamt 15,4 Millionen Euro gefördert. Alle Fakultäten der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald sind am GANI_MED-Projekt beteiligt, um Individualisierte Medizin umfassend und ganzheitlich untersuchen zu können.

Teilnehmer der Pressekonferenz
• Manuela Schwesig, Ministerin für Soziales und Gesundheit in Mecklenburg-Vorpommern
• Prof. Dr. Reiner Biffar, Prodekan
• Prof. Dr. Stephan Felix, Direktor der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin B (Kardiologie)
• Prof. Dr. Wolfgang Hoffmann, Gf. Direktor des Instituts für Community Medicine
• Prof. Dr. Wolfgang Lieb, Leiter der Projektgruppe Individualisierte Medizin
(alle Universitätsmedizin Greifswald)

Ansprechpartner an der Universität Greifswald
Prof. Wolfgang Lieb
Institut für Community Medicine
Abteilung SHIP / GANI_MED
Walther-Rathenau-Straße 48, 17487 Greifswald
Telefon 03834 86-7541/-7539
wolfgang.lieb [at] uni-greifswald.de



Presse- und Informationsstelle Universität Greifswald
Tel.: +49 3834 86 1150
Fax: +49 3834 86 1151
E-Mail: pressestelleuni-greifswald.de

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