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Die steigende Nachfrage an Fisch als Nahrungsmittel lässt erwarten, dass bis zum Jahr 2030 50% des Bedarfs aus Aquakultur gedeckt werden müssen. Diese Technologie liefert Produkte, die den Markterfordernissen hinsichtlich Menge, Qualität und Produktsicherheit entsprechen.
Deutschlands Ressourcen für die Nutzung natürlicher Gewässer zur Aquakultur sind relativ gering; Chancen liegen aber in der Entwicklung und im Einsatz neuer, umweltfreundlicher Verfahren technischer Kreislaufanlagen. Diese Produktionsform hat sich in den zurückliegenden Jahren eher sporadisch entwickelt. Für eine breite und marktwirksame Umsetzung solcher Verfahren bedarf es einer interdisziplinären Zusammenarbeit, um gemeinsam Erfolg versprechende Innovationsfelder zu analysieren und neue wirtschaftliche Potenziale zur erschließen. Benötigt werden branchenübergreifende Formen der Kooperation von Biologen, Technologen, Anlagenproduzenten, der Lebensmittelindustrie und – nicht zuletzt – der anwendungsorientierten Wissenschaft.
Ziele
Der Ausbau der Aquakultur in Deutschland ist abhängig von der technischen und technologischen Weiterentwicklung geschlossener Kreislaufanlagen, einhergehend mit wichtigen assoziierten Sektoren wie Marketing, Vertrieb und Zertifizierung. Das Innovationsforum AQUALLIANCE möchte diese Entwicklung nachhaltig gestalten und hat sich folgende Ziele gesetzt:- Zusammenarbeit mit weiteren Partnern zur Verbesserung des Informationsaustauschs
- Impulsgebung für die Ausbildung und Lehre zur Aquakultur an Hoch- und Fachschulen
- Identifizierung interdisziplinärer F&E-Vorhaben zur Entwicklung effektiver Verfahren
- Neue Ansätze der Fischproduktion als nachhaltiges, Ressourcen schonendes Verfahren
- Entwicklung zertifizierter Verfahren zur Erzeugung gesunder Lebensmittel
- Diskussion zur Anwendung integrierter Verfahren zur Verwertung von Abwärme, Wiederverwendung von Nährstoffen und zur Wassereinsparung
- Etablierung eines Kompetenzzentrums zur "Aquakultur"
- Intensivierung der internationalen Zusammenarbeit und Export von Technologie
Wissen
Kreislaufanlagen repräsentieren eine intensive Form der Fischproduktion. Von einem geschlossenen Kreislauf wird gesprochen, wenn der tägliche Frischwassereinsatz 20 % des Anlagenvolumens nicht übersteigt. Diese Anlagenform galt bisher u.a. wegen der hohen Energiekosten in Deutschland als problematisch, da eine konkurrenzfähige, wirtschaftliche Produktion nur sehr schwer zu realisieren war.
In der Entwicklung neuer Energiekonzepte und der Nutzung regenerativer Energien liegt ein großes Potenzial der Aquakultur und auch eine Herausforderung. Neue Arten, moderne Verarbeitungsformen und auch die Erzeugung von Rohstoffen bzw. Extrakten für die Kosmetik- oder Pharmaindustrie auf der Basis von Algen werden das Gesicht der Aquakultur in Zukunft prägen.
Als Region mit einer ausgeprägten Fischereiwirtschaft bietet der Nordosten Deutschlands eine Vielzahl von Einrichtungen, die sich seit langem ein großes Know-how auf dem Gebiet der Aquakultur angeeignet haben:- Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei, Rostock, mit einer Außenstelle für Aquakultur auf dem Darß
- Bundesforschungsanstalt für Fischerei, Institut für Ostseefischerei, Rostock
- Fachhochschule Stralsund, Schwerpunkt Regenerative Energietechniken
- Universität Rostock, Interdisziplinäre Fakultät
- Hochschule Neubrandenburg, Fachbereich Agrarwirtschaft und Lebensmittelwissenschaften
- Institut für Binnenfischerei e.V., Potsdam-Sacrow
- Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft, Dresden
Quelle: www.unternehmen-region.de
Kontakt
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