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SuLaMa (Sustainable Land Management in Madagascar) – Teilprojekt „Sozio-Kultur und Governance“ in Greifswald


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  PROJEKT: In das SuLaMa Projekt (Partizipative Forschung zur Unterstützung von nachhaltigem Landmanagement auf dem Mahafaly Plateau in Süd-West Madagaskar) ist das sozialwissenschaftliche Teilprojekt „Sozio-Kultur und Governance" eingebettet, dessen Fokus auf der Erforschung der Wahrnehmung der lokalen Bevölkerung von Ökosystemdienstleistungen liegt. Frau Prof. Dr. Susanne Stoll-Kleemann leitet das Teilprojekt an der Universität Greifswald.

Hintergrund

Subsistenzwirtschaft stellt für die Mehrheit der ländlichen Bevölkerung in Madagaskar die Existenzgrundlage dar. Diese Notwendigkeit sich selbst zu versorgen sowie alte Traditionen, Normen und Werte beeinflussen in hohem Maße die Wahrnehmung und Bewertung von Ökosystemdienstleistungen und -funktionen. Spiritualität hat in der Madagassischen Kultur einen hohen Stellenwert. Sie wird in vielen Fällen mit konkreten Örtlichkeiten in Verbindung gesetzt, wodurch Stätten für Rituale und heilige Orte eine besondere Rolle bei der Landnutzung und dem Zugang zu Ressourcen spielen. Klimawandel sowie ökonomischer Wandel wirken sich heutzutage auf das Mahafaly Plateau in besonderem Maße aus. Zur Erhaltung seiner einzigartigen ökologischen Vielfalt und einer damit einhergehenden nachhaltigen Entwicklung der Landnutzung spielen die genannten Faktoren eine entscheidende Rolle.
Wissenschaftliche Expertise fördert eine Sicht auf die Funktionen von Ökosystemen und Landnutzungsformen, die sich deutlich von dem Bewusstsein und der Wahrnehmung der lokalen Bevölkerung unterscheidet. Damit eine nachhaltige Landnutzung in der Untersuchungsregion erreicht werden kann, sind sozio-kulturelle Faktoren schon bei der Entwicklung von Strategien zu berücksichtigen. So ist es erforderlich, die lokale Siedlungsgeschichte, Veränderungen der Besitzstrukturen und deren kulturellen Hintergründe sowie deren Folgen aufzuarbeiten und dabei in Dialog mit lokalen Akteuren zu treten. Eine gezielte Einbindung der Schlüsselakteure von Beginn an ist essentiell.

Ziele und Themenschwerpunkte des Greifswalder Teilvorhabens

Ziel ist es, einerseits die Wahrnehmung der lokalen Bevölkerung von Ökosystemdienstleistungen und -funktionen zu erforschen. Andererseits soll der Einfluss von Bräuchen, Werten und Normen auf das Landnutzungsmanagement analysiert sowie partizipative Techniken für eine gezielte Einbindung entwickelt werden.
Entsprechend der Ökosystemdienstleistungen und –funktionen wie sie im ‚Millennium Ecosystem Assessment‘ (2005) formuliert sind werden im Greifswalder Teilprojekt drei Themenkomplexe unterschieden:

Der erste Themenschwerpunkt liegt auf der Erforschung der Sichtweise lokaler Akteure auf regional relevante Versorgungsgüter durch das Ökosystem (wie z.B. Feldfrüchte, Biokraftstoff, Fleisch, Holz) und deren Nutzen.

Der zweite Komplex befasst sich mit der spirituellen Bedeutung von Ökosystemdienstleistungen (z.B. heilige Plätze, Heil- und Futterpflanzen, die mit einem Taboo belegt sind), wie sich diese Bedeutung auf den Schutz der Leistungen auswirken und welchen Einfluss soziale und ökologische Veränderungen auf diese Wahrnehmung haben. Gemeinsam mit anderen Arbeitspaketen werden Möglichkeiten ausgearbeitet, die den Schutz bzw. die nachhaltige Nutzung fördern.

Im dritten Schwerpunkt werden in einem partizipativen Prozess Lernmethoden für Landnutzung entwickelt. Gemeinsam mit der Bevölkerung sollen Methoden erarbeitet werden wie traditionelles Wissen in ein nachhaltiges Landnutzungsmanagement eingebettet werden kann.

Bei allen Forschungsschwerpunkten ist die enge Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung und weiteren Schlüsselakteuren der Region sowohl in der Forschungsphase (3 Jahre) als auch in der Implementierungsphase (2 Jahre, im Anschluss an die Forschungsphase) eine Grundvoraussetzung. Daher stellt eine umfassende Stakeholder Analyse die Basis der Untersuchung dar.

Das erwartete Ergebnis ist eine Formulierung von angepassten, nachhaltigen Landnutzungsstrategien und Landnutzungstechniken sowie alternativer Einnahmequellen, um den Anforderungen auf lokaler Ebene gerecht werden zu können und langfristig die Lebensgrundlagen der Bevölkerung zu erhalten.

Teilprojekte (WP) des Sulama Projektes

WP1 (Projektleitung und Koordination): Prof. Dr. Jörg U. Ganzhorn (Universität Hamburg)
WP2 (Agrarwirtschaft): Prof. Dr. Andreas Bürkert (Universität Kassel)
WP2 (Bodenfauna): Prof. Dr. Roland Brandl (Universität Marburg)
WP3 (Viehwirtschaft): Prof. Dr. Eva Schlecht (Universität Kassel/Göttingen)
WP4 (Ökologie): Prof. Dr. Jörg U. Ganzhorn (Universität Hamburg)
WP4 (Forstwirtschaft): Prof. Dr. Michael Köhl (Universität Hamburg)
WP5 (Sozio-Kultur): Prof. Dr. Susanne Stoll-Kleemann (Universität Greifswald)
WP6 (Sozio-Ökonomie): Prof. Dr. Frank Wätzold (Universität Cottbus)

Weitere Projektpartner
L’Université de Tana, l’Université de Tuléar; WWF Madagaskar; Madagascar National Parks (MNP)

Projektdauer: 2011 – 2015
Website des Verbundprojektes: www.sulama.de
Das SuLaMa Projekt wird im Rahmen des BMBF-Förderschwerpunktes „Nachhaltiges Landmanagement – Modul A“ gefördert.
http://nachhaltiges-landmanagement.de

Kontakt

Nadine Fritz-Vietta
Ernst-Moritz-Arndt Universität
Institut für Geographie und Geologie
Lehrstuhl für Nachhaltigkeitswissenschaft und Angewandte Geographie
Tel.: +49 (0)3834 86-4682
Fax: +49 (0)3834 86-4683
Email: nadine.fritz-vietta [at] uni-greifswald.de


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Baobab im Nationalpark Tsimanampetsotsa - Mahafaly Plateau




Frau Prof. Dr. Susanne Stoll-Kleemann - Leiterin des Lehrstuhles für Nachhaltigkeitswissenschaft und Angewandte Geographie
Institut für Geographie und Geologie
Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät (Ernst Moritz Arndt Universität Greifswald)
Tel.: +49 3834 86-4680
Fax: +49 3834 86-4681
E-Mail: susanne.stoll-kleemannuni-greifswald.de



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Institut für Biostatistik und Informatik in Medizin und Alternsforschung


Institut für Geographie und Geologie


Institut für Physiologie


Lehrstuhl für Systembiologie und Bioinformatik, Institut für Informatik


Universität Rostock

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Prof. Dr. Susanne Stoll-Kleemann

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