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In den letzten Jahren hat sich die Plasmatechnologie zu einer Schlüsseltechnologie für medizinische und biologische Applikationen entwickelt. Physikalische Plasmen sind ionisierte Gase, von denen je nach Zusammensetzung unterschiedliche Wirkungen ausgehen können. Ein gewichtiger Vorteil von Plasmen liegt in ihrer hohen selektiven Reaktionsfähigkeit. Bei Niedertemperaturplasmen im Bereich des Atmosphärendrucks treten nur geringe thermische Belastungen von Substraten auf. Das macht diese Plasmen auch für die Behandlung von thermolabilen Materialien für medizinische und biotechnologische Anwendungen interessant. Typische Anwendungsfelder sind die Beschichtungen von Knochenimplantaten zur Biologisierung bzw. Verschleißminderung, die Dekontaminierung von Oberflächen, z. B. von Primärpackmitteln in der Pharmaindustrie sowie die Funktionalisierung von Oberflächen.
Die Untersuchungen der Initiative sollen zur systematischen Erschließung innovativer therapeutischer Ansätze führen. Wichtig ist hierbei vor allem das Zusammenspiel zwischen der antiseptischen Wirkung von Plasma und seiner Fähigkeit, die Neubildung von gesundem Gewebe zu unterstützen. Die Wissenschaftler analysieren, wie man das Wachstum und die Vitalität von Zellen und Gewebe direkt (Prokaryonten-Eukaryonten) oder auch indirekt beeinflussen kann, beispielsweise durch Veränderungen des lebensnotwendigen Umfeldes (physiologische Flüssigkeiten).
Plasma hilft heilen
Mit einer Häufigkeit von 3,5 % Neuerkrankungen gehören akute Wundinfektionen in Europa und Nordamerika zu den wichtigsten Komplikationen der akuten traumatischen Wunde. Darüber hinaus leben allein in Deutschland 4,5 bis 5 Millionen Menschen mit schlecht heilenden, chronischen Wunden. Etwa 5 % aller stationären Patienten in Krankenhäusern und Rehabilitationseinrichtungen sind Patienten mit chronischen Wunden. Bei Druckgeschwüren (Ulcus decubitus) beträgt die Prävalenz unter stationären Patienten in Österreich und Deutschland sogar etwa 10-25 %, in Rehabilitationseinrichtungen etwa 30%. Neben der häufig erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität verursacht die Behandlung chronischer Wunden allein in Deutschland jährlich Kosten von mehr als 5 Mrd. EUR.
Davon werden allein 2 Mrd. EUR aufgrund der verlängerten stationären Krankenhausaufenthalte um durchschnittlich 2 Monate verursacht. Mikrobielle Infektionen sind eine häufige Ursache für Komplikationen bei der Wundheilung, wodurch die Gewebereparation massiv behindert und verzögert wird. Das kann zu einer Chronifizierung der Wunde führen. Bei einer Infektion ist die effektive Wundantiseptik Voraussetzung für den ungestörten und komplikationslosen Heilungsprozess. Aus den bisherigen Untersuchungen zur antimikrobiellen Wirksamkeit von Atmosphärendruckplasmen ist bekannt, dass damit auch Erreger von Wundinfektionen abgetötet werden und Plasmen damit eine antiseptische Wirkung entfalten können. Aber Plasma kann möglicherweise noch mehr als "nur" das.
Projektzeitraum: Juni 2008 - 2012
Kontakt:
Prof. Dr. Klaus-Dieter Weltmann
Leibniz-Intitut für Plasmaforschung und Technologie e.V. (INP Greifswald)
Felix-Hausdorff-Straße 2
17489 Greifswald
Tel.: (03834) 55 43 10
Fax: (03834) 55 43 01
E-Mail: weltmann [at] inp-greifswald.de
Web: http://www.plasmatis.de
Web: http://www.inp-greifswald.de
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Die "Eltern" des ZIK plasmatis: v.l.n.r. Prof. Dr. Axel Kramer, Prof. Dr. Ulrike Lindequist und Prof. Dr. Klaus-Dieter Weltmann







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