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Mecklenburg-Vorpommern an neuen grenzüberschreitenden EU-Projekten beteiligt

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NACHRICHT
(08.04.2009)
: Das Entscheidungsgremium des INTERREG-Programms* „Region Südliche Ostsee“ der fünf Partnerländer Dänemark, Schweden, Polen, Litauen und Mecklenburg-Vorpommern hat im schwedischen Kalmar zwölf der insgesamt 22 eingereichten internationalen Projektanträge befürwortet. Davon entfallen sechs Zusagen auf Mecklenburg-Vorpommern.
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Erfolgreiche gesamtverantwortliche Projektinitiatoren sind die Hansestadt Rostock und die Patentverwertungsgesellschaft M-V AG mit Sitz in Rostock. Von den bewilligten rund 13,0 Mio. € entfielen 8,2 Mio. € auf Projekte mit Landesbeteiligung. An drei Projekten ist Mecklenburg Vorpommern besonders beteiligt.
Das Projekt INTERFACE unter Leitung der Hansestadt Rostock zielt auf die Ausweitung des Passagieraufkommens im Fährverkehr. Die Hansestadt will unter anderem das Potenzial der Fahrradtouristen für den Fährverkehr besser nutzbar machen. Mit neuen Serviceangeboten sollen Radfahrer, aber auch Fußgänger auf die Fähren gelockt werden. Das zweite Vorhaben LED, an dem sich neben Rostock auch Wismar und der Landkreis Bad Doberan als deutsche Partner einbringen, sieht den Austausch der Stadt- und Straßenbeleuchtung durch umweltfreundliche und kostengünstige LED-Leuchten vor. Im dritten Projekt wird die Patentverwertungsgesellschaft aus Rostock Ideen aus dem Ostseeraum in der Form schützen, dass der Mehrwert der Ideen im Ostseeraum verbleibt.
„Alle drei Vorhaben entsprechen dem Kernziel des EU-Programms, grenzüberschreitend Projekte anzupacken und Perspektiven mit hohem Innovationswert auf den Weg zu bringen“, betonte Jürgen Seidel, Minister für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus des Landes Mecklenburg-Vorpommern. „Zudem werden mit dem EU-Programm gemeinsame Unternehmensaktivitäten unterstützt und der Wissens- und Know-how-Transfer zwischen öffentlichen und privaten Akteuren verbessert. Das Programm bietet die Möglichkeit, die bereits bestehende internationale Zusammenarbeit auf eine breitere Basis zu stellen“, so Seidel weiter. Das Programm verfügt für die Förderperiode 2007 bis 2013 über Mittel aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) in Höhe von rund 60,7 Millionen Euro. Der Anteil Mecklenburg-Vorpommerns liegt bei 8,6 Millionen Euro.
INTERFACE - Fährshuttles für Radfahrer und Fußgänger
Auslöser für die Projektidee sind die sinkenden Passagierzahlen. Immer weniger Fußgänger und Radfahrer nutzen die Fähren. INTERFACE soll den grenzüberschreitenden Passagierfährverkehr ohne PKW-Nutzung deutlich verbessern, damit dieser als eine komfortable, preiswerte und umweltfreundliche Alternative zum PKW-Fährverkehr wahrgenommen wird. INTERFACE möchte bereits beim Bau von neuen Terminals einen Umdenkprozess in Gang setzen, der die Zielgruppe der nicht motorisierten Urlauber und Fahrgäste von Anfang an einbezieht. Dabei geht es schwerpunktmäßig um die Verbesserung der Servicequalität für Passagiere, die per pedes und per Rad die Fähre benutzen, aber auch um die Abstimmung mit anderen Fahrplänen, die Optimierung der Informationssysteme und die Einführung von Shuttles.
Letztendlich soll durch die Maßnahmen der grenzüberschreitende Passagierfährverkehr im Raum der Südlichen Ostsee angekurbelt werden. Die Aktivitäten sind auf die Regionen Karlskrona-Gdynia, Gdansk-Kaliningrad und Trelleborg/Gedser-Rostock fokussiert. Insgesamt sind in das Projekt 13 Partner aus dem kommunalen Bereich, Hafenbehörden, Transportunternehmer und Verwaltungsebenen involviert. Vier von fünf Programmpartnerländern sind am Projekt mit einem Gesamtvolumen von 1,6 Millionen Euro und einer Laufzeit bis 2012 beteiligt.
Beteiligung Regionen/Partnerländer: Deutschland: Hansestadt Rostock (Lead Partner), Public Transport Association Warnow, Port Authority Rostock, Verkehrsministerium M-V, Regional Planning Association Mittleres Mecklenburg Rostock, Scandlines Deutschland GmbH, TT-Line GmbH & Co. KG, Usedomer Bäderbahn GmbH sowie Schweden, Dänemark und Polen
LED - Minimalisten auf dem Vormarsch
Die lichtemittierende Diode (LED), die bislang eher ein Nischendasein als Signal-, Reklame- und Hintergrundbeleuchtung führte, erobert immer neue Anwendungsbereiche und verfügt über enormes Innovations- und Wachstumspotenzial. Während bei einer Glühlampe nur fünf Prozent der thermisch erzeugten Strahlung in sichtbares Licht umgesetzt werden und 95 Prozent als Wärme verloren gehen, wandelt die aus einem Festkörper bestehende Leuchtdiode wesentlich mehr Energie in Licht um. Experten haben errechnet, dass bei einem Komplettaustausch sämtlicher Glühlampen gegen Leuchtdioden ein Energieeinspar-Potenzial entstünde, das 68 Milliarden Autobatterien pro Jahr entspricht. Doch nicht nur aufgrund ihres hohen Wirkungsgrades haben Leuchtdioden eine viel versprechende Perspektive. Hinzu kommt, dass sie extrem langlebig und nahezu wartungsfrei sind. Grund genug, gemeinsam auszuloten, inwieweit die Umweltfreundlichkeit von LED-Lichtquellen gleichzeitig als sinnvolle kommunale Sparaktivität genutzt werden könnte. Im Mittelpunkt steht dabei die Umstellung der kostenintensiven Straßen- und Stadtbeleuchtung in energie- und emissionsarme Zukunftslösungen mit Modellcharakter. Insgesamt sind zwölf Projektpartner aus dem kommunalen Bereich und Hochschulen aus vier der fünf Programmpartnerländer eingebunden. Das Budget für die vier Jahre laufende Zusammenarbeit beträgt 2,4 Millionen Euro.
Beteiligung Regionen/Partnerländer: Deutschland: Landkreis Bad Doberan, Hansestadt Rostock, Hansestadt Wismar, Fachhochschule Wismar sowie Schweden, Gemeinde Kalmar (Lead Partner), Polen und Litauen
Hintergrund
Das *INTERREG IV A Großprogramm „Region Südliche Ostsee“ gehört zu den EU-Programmen im Rahmen der Europäischen Territorialen Zusammenarbeit (ETZ). Alle Projekte haben die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Partnerländer im Fokus.
In der neuen Strukturfondsperiode von 2007 bis 2013 wurde INTERREG zu einem eigenständigen Ziel der Regionalentwicklungspolitik der Europäischen Union erhoben. Mecklenburg-Vorpommern beteiligt sich zusätzlich zu dem bereits bestehenden deutsch-polnischen Grenzprogramm an diesem Programm, um der Bedeutung des Landes im Ostseeraum gerecht zu werden. Der Auftakt zu diesem neuen EU-Programm erfolgte vor einem Jahr in Rostock. Neben den Ostsee-Küstengebieten der Länder Dänemark, Schweden, Litauen und Polen umfasst das Fördergebiet in Mecklenburg-Vorpommern die Landkreise Nordwestmecklenburg, Bad Doberan, Nordvorpommern, Rügen, Ostvorpommern, Uecker-Randow sowie die Hansestädte Wismar, Rostock, Stralsund und Greifswald.
Wichtige Schwerpunktbereiche sind vorbereitende Aktivitäten zur Unternehmensentwicklung, zum Wissens- und Know-how-Transfer zwischen öffentlichen und privaten Akteuren sowie Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrsanbindungen. Weitere Themen sind Tourismus, Nutzung erneuerbarer Energien und Energiesparen sowie Unterstützung lokaler Initiativen für Bürgerkontakte.
Weitere Informationen: http://www.southbaltic.eu.
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