Home    Contact    OrgMap    ThemeMap    FAQ    Deutsch  
EU - INTERREG III B
Subject areas Public funded projects EU Projects  


Keyword Search

The input of one keyword offers the best results. Several keywords will be interpreted as single keywords. It is not necessary to use Wildcards or Truncation. In the advanced search you will have the possibility to search in different areas of your choice.


Project Area: Project Area

With the choice of a project area, the available information objects which stand in relation to the selected project area will be shown.


Affiliation Criteria: Terms of publishing

To publish content in Sciencenet-MV, please send an short E-Mail with your request to the editorial office by clicking on the "Contact" button above. Please consider the affiliation criteria and presentation scheme (PDF File) which are available for download in the Affiliation Criteria Box.



Winzige „Helden“ in den Tiefen von Ostsee und Schwarzem Meer


Show picture in detail
  NEWS (19.01.2012) : Mikrobiologen vom Leibniz-Institut für Ostseeforschung in Warnemünde beschreiben erstmals umfassend ein Bakterium, das an den Grenzen so genannter „Todeszonen“ in Ostsee und Schwarzem Meer die Ausbreitung giftigen Schwefelwasserstoffes verhindert.

Dr. Barbara Hentzsch, Pressemitteilung

Sauerstoff ist auch unter Wasser ein lebenswichtiges Element. Weltweit treten in den Meeren jedoch mit zunehmender Tendenz Sauerstoff-Minimum-Zonen auf. Zu den prominentesten Vertretern dieses Phänomens gehören die so genannten „Todeszonen“ in der Ostsee und dem Schwarzem Meer. Hier herrscht am Boden regelmäßig, bzw. im Falle des Schwarzen Meeres sogar permanent, Sauerstoffmangel, begleitet vom Auftreten toxischen Schwefelwasserstoffs (Sulfid). Aber auch in Meeresregionen, die für die globale Fischereiwirtschaft von enormer Bedeutung sind, wie die nährstoffreichen Auftriebsgebiete an der Südwestküste Afrikas, treten Sauerstoffminimumzonen auf.

Wegen der hohen ökonomischen Schäden und der postulierten und in Ansätzen bereits beobachteten Zunahme dieser Phänomene arbeiten weltweit Biogeochemiker und Mikrobiologen zusammen mit Physikalischen Ozeanographen an der Erforschung der Mechanismen. Dass die Ausbreitung der Sulfide durch Bakterien verhindert werden kann, weiß man bereits seit einiger Zeit. Unklar war jedoch, wie dieser Prozess genau funktioniert, da die beteiligten Organismen kaum bekannt waren.

Den Mikrobiologen des IOW gelang es nun erstmals, einen Hauptakteur bei der Sulfid-Entgiftung in Sauerstoffminimumzonen zu isolieren, zu kultivieren und hinsichtlich seiner Physiologie zu untersuchen. Zusammen mit Kollegen des Max-Planck-Instituts für marine Mikrobiologie in Bremen konnte außerdem seine genetische Ausstattung umfassend beschrieben werden.

Sulfurimonas gotlandica“ ist die vorläufige Bezeichnung dieses Vertreters der so genannten Epsilonproteobakterien, den die Warnemünder in der Grenzschicht zwischen Sauerstoff-haltigem (oxischem) und Sauerstoff-freiem (anoxischem) Wasser im Gotlandbecken in der zentralen Ostsee in großer Häufigkeit fanden. Seine Eigenschaften sind erstaunlich: bei der Wahl seiner Energiequellen beschränkt sich dieses Bakterium nicht auf Sulfid, sondern ist äußerst flexibel und kann deshalb sowohl im oxischen als auch im anoxischen Wasser leben. Die genetische Analyse zeigt, dass es mit einer Umweltsensorik und einer hohen Beweglichkeit ausgestattet ist, die es ihm ermöglichen, die energetisch günstigsten Umgebungen aktiv aufzusuchen. Zu der ökologisch so bedeutenden Fähigkeit der Sulfidentgiftung gesellen sich weitere wichtige Eigenschaften: Die Zellen sind in der Lage, Nitrat zu elementarem Stickstoff zu reduzieren (die so genannte Denitrifizierung, die überdüngten Gewässern hilft, einen Teil des Nährstoffs Stickstoff los zu werden), und können die Energie dazu benutzen, im Dunkeln CO2 zu fixieren, um so Biomasse aufzubauen.

Mit „S. gotlandica“ haben die Warnemünder Mikrobiologen nun der Wissenschaft einen Modellorganismus zur Verfügung gestellt, der einerseits repräsentativ für eine ganze Gruppe von relativ ungewöhnlichen Bakterien ist, an dem andererseits so wichtige Prozesse wie die Sulfidentgiftung modellhaft im Labor studiert werden können. Dies wird es der wissenschaftlichen Gemeinschaft insgesamt erleichtern, marine „Todeszonen“ zu verstehen und eventuell sogar aktiv beeinflussen zu können.

Die Arbeitsgruppe um Klaus Jürgens hat damit einmal mehr bewiesen, dass die Ostsee mit ihren sehr wechselhaften Umweltbedingungen und starken Gradienten ein ideales „Modell-Meer“ für die Untersuchung weltweit auftretender Prozesse ist.

Die beschriebenen Arbeiten wurden mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung durchgeführt. Die Ergebnisse sind nachzulesen unter:

Grote, J., Schott, T., Bruckner, C.G., Glöckner, F.O., Jost, G., Teeling, H., Labrenz, M., Jürgens, K. (2012): Genome and physiology of a model Epsilonproteobacterium responsible for sulfide detoxification in marine oxygen depletion zones. PNAS 109: 506-510.

Kontakte für Rückfragen:
Prof. Dr. Klaus Jürgens, 0381 / 5197 250, Sektion Biologische Meereskunde, IOW
Dr. Barbara Hentzsch, 0381 / 5197 102, Öffentlichkeitsarbeit, IOW




Zentraler Kontakt IOW
Phone: +49 0381 5197-0
E-Mail: infoio-warnemuende.de

Show picture in detail



Back to news area: EU - INTERREG III B
E-mail to all related contacts

 



EU - Interreg III B: Developing Policies & Adaptation Strategies to Climate Change in the Baltic...

Show all (1)


Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

Show all (1)


Dr. Gerald Schernewski

Show all (1)

 


Fatal error: Call to a member function set_error() on a non-object in /srv/www/htdocs/web5/html/frontend/index.php on line 17